Alltag im Park

Das Klopfen an Olivers Tür

«Ohne die Unterbringung im Park hätte ich meine Lehrstelle verloren», stellt Oliver* fest. Der 19-Jährige lebt seit Mai 2015 in der Wohngruppe im Park der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL. Zu Hause konnte er nicht mehr sein. Ständig hatte er Krach mit seiner Mutter. Schliesslich artete der Streit aus. Die Polizei kam. Oliver mit seiner Vorgeschichte hatte schlechte Karten. Zum Glück landete er statt im Gefängnis in der Wohngruppe. 

Die erste Zeit war schwierig. Oliver musste pünktlich nach dem Ausgang zurück sein, damit er am nächsten Tag rechtzeitig zur Arbeit gehen konnte. Aber die strengen Regeln taten Oliver gut. Er konnte seine Leistung in der Ausbildung zum Fachmann Gesundheit massiv steigern. Sah es im Frühjahr noch so aus, als ob sein Lehrvertrag wegen seiner mangelnden Leistung und dem ständigen Zuspätkommen aufgelöst werden würde, brilliert er jetzt mit guten Noten und Zuverlässigkeit. «Wenn ich verschlafe, klopfen die Betreuer an die Tür. Dann bin ich schnell wach», führt Oliver aus.

Auch den Umgang mit Geld lernte Oliver neu. Früher war nach vier Tagen sein Lehrlingslohn aufgebraucht. Dank der Unterstützung seiner WG-Betreuer hat er seine Finanzen wieder im Griff.

Heute geniesst Oliver viel mehr Freiheiten in der WG. Er hat bewiesen, dass er verantwortungsvoll mit seinem Leben umgehen kann. Die Distanz zur Mutter tat der Beziehung gut. Die beiden können ruhig und ohne Streit miteinander umgehen.

Im Sommer wird Oliver seine Ausbildung abschliessen und eine eigene Wohnung suchen. Er möchte eine Weiterbildung zum Pflegefachmann oder die Berufsmaturität machen, um sein grosses Ziel zu erreichen: die Ausbildung zum Physiotherapeuten.

 *Name verändert